Plastik, verschwinde!

Eines der Dinge, die ich an Bali so faszinierend finde, ist die schier unerschöpflich erscheinende Kreativität der Balinesen! Und ebenso nötigt mir ihre in manchen Angelegenheiten unbeugsame Sturheit eine gewisse Bewunderung ab! Nicht nur, dass es weltweit einmalig den „Nyepi Day“ – den „Tag der Stille“ auf Bali gibt und die Insel damit etwas schafft, was kein anderes Land auf der Welt für möglich bzw. nötig hält, nämlich einen Tag einmal komplett alle Räder still stehen zu lassen. Nein, zum Januar 2019 hat Bali wieder einmal eine Vorreiterrolle übernommen und jegliches Einwegplastik auf der Insel verboten! Seht her Leute – eine kleine Insel macht es Euch vor! Der seit September 2018 amtierende, neue Gouverneur von Bali, Wayan Koster, wollte seiner Regierung damit sicherlich auch einen ersten Stempel aufdrücken – aber das hat er eindrucksvoll und wegweisend damit getan. Bis zum Sommer 2019 hat die Insel nun Zeit, jegliche Plastikflaschen, Plastiktüten, Strohhalme oder Styroporverpackungen auf umweltfreundlichere Alternativen umzustellen. Und sofort finde ich erste Anzeichen in den Geschäften für den neuen Style: Bei meinem Einkaufsbummel durch Ubud haben zwei meiner Lieblingsläden dort mir bereits eine sehr kreative Tütenlösung präsentiert: Aus altem Zeitungspapier wurden erstaunlich haltbare Tragetaschen gefaltet, mit einem Papier zusammengeklebt und oben sogar mit zwei Henkeln aus Palmfaser versehen. Holla! Geht doch! Außen drauf prangt sogar noch das Ladenlogo mit der kompletten Adresse – perfekt! Gerne trage ich meine Mitbringsel in diesen Tüten durch die Stadt – viel lieber, als in Plastik. Und die Alternative zu Strohhalmen – ja, die hat die Insel ja schon seit einiger Zeit entdeckt: Strohhalme aus Bambus, Edelstahl oder Glas! Mittlerweile gibt es sogar kleine Reinigungsbürstchen (siehe Bild), so dass das Ganze auch zu einer hygienisch sinnvollen Angelegenheit wird. Und ich bin begeistert: Es geht so Vieles – wenn man nur will! Der nächste Schritt wäre dann, dass jeder seinen Kram immer selber dabei hat: Seinen eigenen Strohhalm, vielleicht sogar mit Namensgravur o.ä., seine eigene Wasserflasche etc. und natürlich immer auch seine eigenen Einkaufstaschen. Aber nur Mut: Auch kleine Schritte führen letztendlich zum Ziel!