Neue Erfahrungen braucht das Paradies – New Experiences are needed for Paradise

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Nachbarschaftshilfe leistet man immer gerne, vor allem wenn die supernette Nachbarin Ilona Selke ist, die internationale Bestsellerautorin und Inhaberin des wunderschönen Shambala Oceanside Resorts hier an der Nordküste Balis! Gestern fragte sie mich überraschend an, ob ich mich heute als Probant für eine Schulung im Waxing zur Verfügung stellen könnte? Die gesamte Spa-Mannschaft bilde sich derzeit in der Disziplin des Enthaarens weiter, denn es hat sich eine große Gruppe von Amerikanerinnen für 4 Wochen angekündigt, die unmöglich so lange mit ein paar nachwachsenden Körperhärchen leben kann! Die Mädchen müssen am lebenden Objekt üben, aber die ganze Verwandtschaft und das Dorf sei schon enthaart und neue Übungsfelder werden dringend gesucht. Hm. Enthaaren … mag ich ja gar nicht … und meine Eitelkeit auf diesem Gebiet endete mit meiner Ehe. Außerdem wird der HERR in seiner unendlichen Weisheit nichts am Körper wachsen lassen, was nicht irgendeinen Sinn erfüllt und damit eine Daseinsberechtigung hat. Aber einerseits ist es für einen guten Zweck – die Mädchen müssen üben: Unser Balinesischer Norden ist spezialisiert auf Wellness und Entspannung für gestresste Touristen und die Spa an der Nordküste sind berühmt für ihren rundum Wohlfühlservice. Und andererseits wäre es vielleicht ja mal eine ganz nette Abwechslung für mich … die Tage, an denen ich mit Rasierklingen selbst Hand an meine Härchen legte, sind schließlich schon Jahrzehnte vorbei und die Qualen der nachwachsenden Stoppelchen längst Geschichte! Das Waxen soll ja auch viel angenehmer sein … Und an Ilona selbst können die Mädchen sicherlich nix mehr üben: Wann immer ich sie treffe, sieht sie einfach beneidenswert perfekt aus – an ihr gibt’s einfach keinen haarigen Wildwuchs!

So werfe ich also alle meine Bedenken über Board, sage kurz entschlossen zu und brause mit meinem Roller frühmorgens los zum Ort des Haarelassens. Schon bei der Begrüßung riecht es zart nach flüssigem Honig und ich sehe, dass die behaarte Probandin vor mir noch nicht ganz fertig ist. Immerhin liegt sie fröhlich kichernd auf der Liege – sie lebt also noch und es scheint nicht ganz so schlimm zu sein, wie befürchtet. Aha, ihre Beine werden gewachst – an Beine hatte ich eigentlich auch gedacht. Lustig geht es zu unter der Schulungsrunde: Zwei Balinesische Trainerinnen aus Ubud weihen drei Spa-Mitarbeiterinnen in die hohe Kunst der Enthaarung zarter Hautpartien ein und ich höre zwischen dem Kichern immer ein verräterisches „Ratsch“ – aber keinen Schrei danach. Das beruhigt mich und ich harre geduldig in einen großen Sarong gewickelt meines Einsatzes. 

Endlich liege ich auch auf der Liege, meine behaarten Beine werden freigelegt und von 5 auf Schönheit spezialisierten Damen kritisch begutachtet. Nur wenige Haare, aber dafür lang gewachsen, lautet das fachliche Urteil. Ehe ich mich versehe, ist mein Bein schon mit der weißen, nach Honig duftenden, warmen Masse bestrichen. Ein Stofffetzen wird aufgelegt, sorgfältig angedrückt und dann – Ratsch! Die ersten meiner Härchen kleben an der Honigmasse und werden mir stolz präsentiert. 

Was? Das war alles? Also DAS ist sicherlich sehr viel weniger schmerzhaft, als ich erwartet hatte! Nach und nach werden auf diese Weise beide Beine vorne und hinten von jeglicher Behaarung sorgfältig befreit und ich liege derweil völlig entspannt da … es kitzelt ein wenig, aber das wars. Ich finde mich extrem mutig und bin schon voller Freude, gleich mit glatten Beinen nach Hause zu gehen. Doch ich habe die Enthaarungswut der Damen offenbar etwas unterschätzt, denn kaum sind die Beine haarfrei wird nach neuem Übungsfeld an mir gesucht – und gefunden: Achselbehaarung! Pfui Teufel! Das muss da weg, meinen die Damen einstimmig und schon liegt mein Arm in der richtigen Position und honigduftendes, warmes Wachs wird in meinen Achselhöhlen fachgerecht aufgetragen. Ein kurzes „Ratsch“ – und auch dieser Makel ist beseitigt. Allerdings kann hierbei von „Kitzeln“ nun nicht mehr die Rede sein … das merkt man schon deutlicher! Aber zum Glück – sind die Achselhöhlen ja nur klein und die darin wachsende Behaarung folglich schnell beseitigt. 

Ich bin erleichtert – nicht nur um ein paar Haare. Es scheint vorbei zu sein. Und hat gar nicht so weh getan. Jedenfalls sehr viel weniger, als befürchtet. Allerdings richten sich noch immer 5 Augenpaare erwartungsvoll auf mich … die werden doch nicht etwa … Doch! Sie strahlen mich an und eine verkündet mir honigsüß und verheißungsvoll lächelnd: „And now Brasilian!“ Bevor ich in meiner überraschten Sprachlosigkeit protestieren kann, bin ich schon unterwegs zur Dusche. Oh je! Will ich das wirklich? Andererseits – das letzte Mal ist sicher 30 Jahre her, abenteuerlustig war ich auch schon immer und außerdem – es sieht ja niemand! Ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass die Mädchen üben müssen und dass nach einer Geburt und diversen Bandscheibenvorfällen kein Schmerz mich mehr wird überwältigen können. Frisch geduscht liege ich wieder auf der Liege und schon wird mit Interesse freigelegt, was an meinem Körper noch ein paar sanft gelockte Härchen trägt. Fünf interessierte Schönheitspriesterinnen beugen sich fachsimpelnd bezüglich der geeigneten „Ratsch“-Richtung darüber und einigen sich schnell: Honigtopf, warm und zähflüssig, Stoffstreifen drauf – und „Ratsch!!“ Oh Sch…! Das brennt! Für einen Moment bleibt mir die Luft weg und besorgt werde ich freundlich gefragt: „You feel pain?“ („Tut es weh?“) Meine Atmung setzt zum Glück schnell wieder ein und tapfer lächle ich in das besorgte Gesicht über mir: Ich möchte die angehenden Enthaarungskünstlerinnen schließlich nicht entmutigen in ihrem beherzten Kampf gegen den haarigen Wildwuchs am menschlichen Körper! Ernsthaft wird mir erklärt, dass mache Klientinnen in Ubud dabei laut schreiend in die Höhe schießen würden, und bevor diese Erkenntnis noch in mein Gehirn vordringt, macht es schon wieder „Ratsch! Ratsch! Ratsch!“ Scharf ziehe ich die Luft ein während mir panikartig der Schweiß aus allen Poren bricht. Doch bevor ich meine Sprache wiederfinde, werden schon weiße Stoffstreifen triumphierend vor meinen Augen geschwenkt, auf denen am Honigleim die letzten Überreste meines einst so zartlockig-unschuldigen Vlieses kleben! Halleluja! Es ist vollbracht. Aber das war nicht ohne …! 

Da meine ausreißwütigen Enthaarungsdamen keine weiteren Übungsfelder mehr an meinem Körper entdecken können, werde ich ehrenhaft und tapfer entlassen. Sehr kühl und kahl und komisch fühlt sich mein haarloser Körper an und ich tröste mich mit dem Gedanken, dass praktisch alle muslimischen und hinduistischen Frauen diese Prozedur nahezu regelmäßig völlig selbstverständlich über sich ergehen lassen, weil Enthaarung da praktisch zur Kultur gehört. Da werde ich, eine gewohnheitsmäßig fellbedeckte Keltenkriegerin, es ja wohl einmal verschmerzen können, diese Erfahrung mit all diesen Frauen zu teilen. Außerdem – Haare wachsen nach und selbst wenn ich fürchte, dass meine Gangart in den nächsten Tagen einem zum Ziehen bereiten, texanischen Cowboy ähnlicher sein sollte, als einer anmutig schreitenden Sheharazade – was solls! Es war eine neue Erfahrung und erfüllte immerhin einen guten Zweck – die Mädchen mussten üben und wie gesagt: Nachbarschaftshilfe leistet man ja immer gerne!

(Ein Artikel von Antje Nagula)

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Wer sich künftig in Balis Norden fachgerecht enthaaren lassen möchte, der findet dafür ausgebildete Spa-Damen im Shambala Oceanside Retreat Center in Bondalem, Tel: +(62) 362-3428351, Mobil: +(62) 81- 338- 674 895, Mobil innerhalb Balis: 081- 338- 674 895,  info@baliseminars.com

ENGLISH VERSION

Neighborhood help is always a pleasure, especially when the super-nice neighbor is Ilona Selke, the international bestselling author and owner of the beautiful Shambala Oceanside Resort here on the north coast of Bali! Yesterday she asked me surprisingly if I could volunteer as a probant for a waxing training today?! The entire spa team is currently training in the discipline of depilation, because a large group of Americans has announced that they will be training for 4 weeks, which is impossible to live so long with a few new body hairs! The girls have to practice on the living object, but the whole family and the village is already depilated and new training fields are urgently needed. Hm. Depilation … I do not like at all … and my vanity in this area ended with my marriage. Besides, the Lord in His infinite wisdom will not let anything grow on the body that does not fulfil any purpose and thus has a right to exist. But on the one hand it is for a good cause – the girls have to practice: Our Balinese north is specialized in wellness and relaxation for stressed tourists and the spa on the north coast are famous for their all-round wellness service. And on the other hand it might be a nice change for me … the days when I put my hands on my hair with razor blades have been over for decades and the torments of the growing stubble are history! The waxing is supposed to be much more pleasant … And Ilona herself the girls certainly can’t practice anything anymore: Whenever I meet her, she simply looks enviably perfect – there is simply no hairy wild growth on her!

So I throw all my doubts over board, say yes to it with a little determination and start roaring with my scooter early in the morning to the place where I leave my hair. Already during the greeting it smells tenderly of liquid honey and I see that the hairy test person before me is not yet completely finished. After all, she lies on the couch giggling happily – she is still alive and it doesn’t seem to be quite as bad as I feared. Aha, her legs are waxed – I had actually thought of legs too. It’s funny to be under the training round: Two Balinese trainers from Ubud inaugurate three spa employees in the high art of depilation of delicate skin parts and I always hear a treacherous „ratsch“ between the giggles – but no cry for it. This reassures me and I patiently wait in a large sarong wrapped around my bet.

Finally I lie on the couch, my hairy legs are exposed and critically examined by 5 ladies specialized in beauty. Only a few hairs, but grown long, is the professional judgement. Before I know it, my leg is already coated with the white, honey-scented, warm mass. A piece of cloth is put on, carefully pressed on and then – Ratsch! The first of my hairs stick to the honey mass and are proudly presented to me.

What? That was all? So THIS is certainly much less painful than I expected! Bit by bit both legs are carefully freed from any hair in front and behind and I lie there completely relaxed … it tickles a little, but that’s it. I find myself extremely courageous and am already full of joy, equal with smooth legs to go home. But obviously I have underestimated a little bit the depilatory rage of the ladies, because hardly are the legs hair-free is searched for new training field at me – and found: Armpit hair! Ugh! Devil! The ladies are unanimous that this must go away and my arm is already in the right position and honey-scented warm wax is professionally applied to my armpits. A short „ratsch“ – and also this flaw is eliminated. However, there can be no more talk of „tickle“ … you will notice this more clearly! But luckily – the armpits are only small and the hair growing in them is quickly removed.

I am relieved – not only by a few hairs. It seems to be over. And it didn’t hurt at all. Anyway, much less than feared. However, 5 pairs of eyes are still expectantly directed at me … they won’t be … But … But they do! They shine at me and one announces to me honey-sweet and promisingly smiling: „And now Brasilian!“ Before I can protest in my surprised speechlessness, I am already on my way to the shower. Oh dear! Do I really want that? On the other hand – the last time was probably 30 years ago, I was always adventurous and besides – nobody sees it! I calm down with the thought that the girls have to practice and that after a birth and various slipped discs no pain will be able to overwhelm me anymore.

Freshly showered I lie again on the couch and already it is exposed with interest what still carries a few gently curled hairs on my body. Five interested beauty priestesses bend over and agree quickly: honey pot, warm and viscous, fabric stripes on it – and „Ratsch!“! Oh sh…! It burns! For a moment the air stays away from me and I am worried and friendly asked: „You feel pain?“ Fortunately, my breathing quickly begins again and I smile bravely in the worried face above me: I don’t want to discourage the budding depilatory artists in their courageous fight against the hairy growth on the human body! Seriously I am told that some clients in Ubud would shoot up screaming loudly, and before this knowledge penetrates my brain, it makes „Ratsch! Ratchet! Ratchet!“ I draw in the air sharply while the sweat breaks out of all my pores in panic. But before I find my language again, already white strips of cloth are triumphantly swung in front of my eyes, on which the last remains of my once so tenderly curly innocent fleece stick to the honey glue! Hallelujah! It is done. But that was not without …!

Since my depilatory ladies can’t discover any more training fields on my body, I will be released honorably and bravely. My hairless body feels very cool and bald and funny and I console myself with the thought that practically all Muslim and Hindu women take this procedure almost completely for granted on a regular basis, because depilation is practically part of the culture. There I, a habitually fur-covered Celtic warrior, will be able to get over sharing this experience with all these women. Moreover – hair grows back and even if I fear that my gait in the next days should be more like a Texas cowboy ready to pull than a gracefully striding Sheharazade – what the hell! It was a new experience and at least it served a good purpose – the girls had to practice and as I said: you always like to help your neighbors!

(written by Antje Nagula)

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If you would like to have your hair professionally depilated in the north of Bali in the future, you will find trained spa ladies at the Shambala Oceanside Retreat Center in Bondalem, Tel: +(62) 362-3428351, Mobile: +(62) 81- 338- 674 895, Mobile within Bali: 081- 338- 674 895, info@baliseminars.com