Jamu – Göttertrank für ewige Jugend und Schönheit

Jamu – Göttertrank für ewige Jugend und Schönheit

Wisst Ihr, was “Jamu” ist? Ich wusste es nicht, bis mir im Intercontinental Hotel in Jimbaran eine zauberhafte Balinesin in landesüblicher Tracht von Kebaya und Sarong zum Frühstück ein gelbliches Gebräu aus einem Tonkrug, den sie mit kleinen Tonschälchen in einem Bambuskorb trug, zu kosten gab. Hmmm! Das Zeug sah etwas komisch aus, aber es schmeckte göttlich! Was? Traditionelle Indonesische Medizin sollte das sein? Gut für das Immunsystem? Lächelnd erklärte sie mir, dass dieses Gebräu als „Jamu“ in ganz Indonesien bekannt sei und die Rezepte von Insel zu Insel stark variieren. Je nach unterschiedlichem Pflanzenvorkommen bestehen die Zutaten dieses Elexiers aus heimischen Wurzeln, Blättern, Rinden, Samen und Früchten. Das Wort „Jamu“ selbst bedeutet „Kräuter, Blumen, Wurzeln“ und der Trank ist in ganz Südostasien verbreitet. Die Hausrezepte werden innerhalb der Familie von Generation zu Generation von der Mutter an die Tochter weitergegeben. Jamu soll es schon vor ca. 1500 Jahren gegeben haben, wie Überlieferungen aus dem Königreich Mataram belegen, das Wissen dürfte jedoch noch sehr viel älter sein! Üblicherweise bereiten es die Frauen zu und verabreichen es auch als Arznei für verschiedenste Leiden. Während des 19. Jhdts. begannen sich Ärzte ernsthaft für diese alte Naturmedizin zu interessieren, da sie nach Heilmitteln für ihnen unbekannte, tropische Krankheiten suchten. Doch wirklich populär wurde Jamu erst ab den 40er Jahren des letzten Jhdts., da dem Trank bis heute u.a. auch krampflösende und aphrodisierende Wirkung für Männer und Frauen nachgesagt wird. Aber auch bei Gliederschmerzen, Bluthochdruck, Fieber, Blähungen, Appetitmangel, Diabetes, Darmpilzen, Akne, Menstruationsproblemen, Erkältung oder Schwindelgefühl soll Jamu segensreiche Wirkung entfalten. Auch ist es ein beliebtes Mittel zur Entgiftung von Leber und Milz, zur Blutreinigung und bei Depressionen. Kein Wunder, dass so eine Medizin im Ursprung bitter schmeckte – zum Glück wird der Geschmack heute durch Agavendicksaft oder Palmzucker stark verbessert. Und hier ist ein sehr wohlschmeckendes Rezept nach den Angaben meiner kräuterkundigen Jamu-Verkäuferin: 

125 g frische Kurkuma-Wurzel, gewaschen und gebürstet

20 g frische Ingwerwurzel, gewaschen und gebürstet (oder geschält)

Ca. 1 Liter Wasser

Die Wurzeln grob zerkleinern und mit Wasser in einen starken Mixer geben. Die Mischung in einen Topf geben und mit einer Zimtstange und Gewürzen nach Belieben (z. B. 3 Pfefferkörnern, 1 Anisstern, 1 Prise Corianderkörnern, 1 Kardamomkapsel, 2 Nelken) ca. 20 Minuten köcheln lassen. 

Die Mischung durch ein feines Sieb abseihen. Mit 2-4 TL Limettensaft und 1-2 TL Honig oder Palmzucker (nach Belieben auch entsprechend mehr oder weniger) abschmecken. 

Nach Belieben warm oder gut gekühlt genießen.

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