Entspannung pur – eine Balimassage!

Bei einem Bali-Aufenthalt darf eine Sache auf keinen Fall fehlen: Eine herrlich entspannende balinesische Massage! Bali ist berühmt für seine Wellness-Tradition, die ihre Wurzeln im althinduistischen Glauben der Balinesen hat. Für sie ist der Körper ein heiliger Tempel, den die Seele während ihrer Zeit auf Erden bewohnt. Und dementsprechend ehrfürchtig wird diesem Tempel die entsprechende Achtung entgegen gebracht.

Das ist mir vor vielen Jahren bei meinem ersten Spabesuch hier auf der Insel schon aufgefallen – und tut es in ungemein wohltuender Weise noch heute: Man fühlt sich von den Masseurinnen und Masseuren einfach fürstlich umsorgt! Vielleicht rührt dies noch daher, dass früher Massageanwendungen allein den königlichen Familien und hochgestellten Persönlichkeiten vorbehalten war.

Alleine die Art und Weise, wie hier der Körper angefasst wird, tut jeder Seele unendlich wohl: Nämlich achtsam, sachte und sorgfältig. Und immer wieder staune ich, wie das Spapersonal diese Kunst fertig bringt, wirklich jedem Kunden diese individuelle Fürsorge angedeihen zu lassen ohne in Routine abzugleiten! 

Ein Spabesuch beginnt meist damit, dass ein erfrischend kühles Tuch gereicht wird, dazu ein Glas Wasser und ein Tee oder ein Welcome Drink. Leise Musik läuft oft im Hintergrund und das Auge wird mit frischen Blütenarrangements erfreut. Anschließend werden als erstes die Füße gereinigt. Entweder werden sie in einer Schale mit lauwarmem Wasser gebadet, in der Blütenblätter schwimmen, oder vor der Massage sanft gewaschen. Unendlich kostbar kamen mir meine Füße vor, nachdem ich das erstmals erlebt hatte! Noch nie zuvor hatte sich irgendjemand mit so viel Hingabe meinen Füßen gewidmet und ich konnte endlich verstehen, wieso der Geste der Fußwaschung auch in der christlichen Tradition eine so große Bedeutung zugemessen wird. 

Nach der Fußreinigung wird man meist gebeten, seine Kleidung vollständig abzulegen und sich dann mit dem Gesicht nach unten auf eine Massageliege zu legen (es sei denn, man hat nur eine Fußreflexzonen-Massage oder eine Gesichtsbehandlung gebucht, bei der das nicht erforderlich ist). Der Körper wird mit einem Sarong bedeckt – nur die zu behandelnden Gliedmaßen werden jeweils zur Massage frei gelegt. Eine Balinesische Massage bedient den ganzen Körper vorne und hinten und folgt meist genauen Regeln. Ausstreichen, leichtes Klopfen, sanftes Ziehen und Dehnen wechseln sich ab, lassen aber eines niemals außer Acht: den Entspannungseffekt! Eine Balinesische Massage zielt einzig darauf ab, den Körper neu zu vitalisieren, den Geist zu klären und die Gedanken zur Ruhe zu bringen. Keinesfalls gleicht sie jener hektischen Kampfansage, welche Sportmasseure in Deutschland gerne gegen den vor ihnen liegenden Körper und dessen Muskeln führen und nach denen ich mich (trotz Bitte nach nur leichtem Druck) stets verprügelt statt entspannt fühlte! Ganz nebenbei regt so eine Entspannungsmassage auch die Selbstheilungskräfte des Körpers an, der auf sanfte Weise dazu animiert wird, Giftstoffe abzubauen, die sich u.a. auch in den Gelenken ablagern. In Folge dessen fühlt man sich hinterher wunderbar leicht und frei! Das Gemüt schöpft neue Hoffnung und das Leben lächelt einem wieder verheißungsvoll zu! 

Eine gute Masseurin bzw. Masseur fragt vor der Massage nach dem gewünschten Härtegrad und vergewissert sich währenddessen auch immer wieder, ob es dem  Klienten so angenehm ist. Auch kann man sich in guten Spas vorher das gewünschte Massageöl aussuchen, das einen dann während der Massage mit seinem angenehmem Duft verwöhnt und überdies noch seine heilsame Wirkung auf Körper und Geist entfaltet. Überwiegend wird Kokosnussöl verwendet, versetzt mit Blütenölen der Insel wie Frangipani, Jasmin oder Champaka, und auch Sandelholzöl. Alles geschieht ruhig und ohne Zeitdruck – für die Dauer eines Spabesuches steht die Welt da draußen einfach einmal für eine kleine Weile still!

Oft geschieht es, dass man während der Massage einschläft. Das ist keinesfalls eine Schande, sondern zeigt dem Masseur/der Masseurin, dass deren Hände Werk ihre entspannende Wirkung nicht verfehlt hat. Und so kommen einem 60-90 Minuten oft nur wie ein Augenblick vor und viele Menschen fühlen sich nach so einem Spabesuch „wie im Himmel“!

Und wenn sie dann erst die Rechnung für dieses Verwöhnprogramm sehen, kommen ihnen schier die Tränen – vor Glück: Eine einfache Balinesische Massage von 60 Minuten Dauer kostet gerade einmal zwischen 10 und 20 Euro, je nach Umrechnungskurs (Hotel-Spas verlangen ihrem jeweiligen Standard entsprechend natürlich mehr).

Ich empfinde die Balinesische Körperkultur als ungemein natürlich und wohltuend! Sie ist ein Ausdruck des Lebensstils der tief gläubigen Balinesen. Dem kann ich nur mit großer Achtung begegnen und bin jedesmal sehr dankbar, wenn ich solche Behandlung in einem Spa erfahre!

OM SWASTYASTU!

Mein Spa-Tipp für Ubud: Das Synergy-Spa in der Jl. Bisma 24. Es ist fußläufig vom Palast aus gut erreichbar und hat täglich von 11-22 Uhr geöffnet. Das Personal ist sehr freundlich, spricht englisch und ist gut ausgebildet, das Ambiente einladend und sauber und das Preis-Leistungs-Verhältnis nahezu unschlagbar! Allerdings muss man vorher einen Termin ausmachen – einfach vorbei zu kommen und auf einen freien Platz zu hoffen ist gerade in der Nebensaison zwar immer wieder mal möglich, aber mittlerweile eher die Ausnahme.