Adventskalender 21. Dezember

Den Adventskalender 2018 habe ich für meine Tochter geschrieben – die ich hier im Paradies leider nur selten sehe … Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine Weisheit, die ich ihr – und jedem, den es interessiert – gerne mit auf den Weg geben möchte. Sie selbst hat mich dazu inspiriert, als sie mich hier in Bali im Sommer gefragt hat, wie das mit dem Glücklich sein eigentlich geht. Lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich ihr das erklären soll. Dieser Adventskalender ist meine Antwort darauf!

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Gib niemals auf!

Es wird der Tag kommen, mein Schatz, da ist das Leben dunkel und man möchte am liebsten alles hinschmeißen. So sehr man sich auch bemüht – nichts scheint zu klappen; dazu hat man vielleicht gerade etwas Schlimmes erlebt, das verarbeitet werden will – harte Zeiten! In genau diesen Zeiten erinnere Dich daran, dass AUFGEBEN niemals eine Option ist! Das Leben stellt uns vor Herausforderungen, stellt uns auf die Probe. Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, sein Leben zu meistern von dem Platz aus, an dem er es begonnen hat. Aber die Chancen darin immer wieder zu erkennen und auch entsprechend zu handeln –  das ist unsere Aufgabe und die nimmt uns keiner ab. Wenn Du erkennst, dass Du es alleine nicht schaffst, suche Dir professionelle Hilfe – egal worum es geht. Finde Deinen Wert, erkenne Deine Stärken – es gibt immer einen Weg, gib’ niemals auf! Hinfallen ist nicht schlimm – liegenbleiben, das ist schlimm! 

Es gibt doch diesen schönen Spruch: „Wenn Du fällst, dann aufstehen, Krönchen richten, weitergehen!“ Mir gefällt viel besser: „Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen – Königinnen ziehen ihr Schwert!“ … und schlagen sich eben durch wenn es Dicke kommt, so gut es geht. Denn am Ende des Tunnels ist IMMER EIN LICHT! So wie heute in der Wintersonnwende – ab jetzt werden die Tage schon wieder länger, das Licht vermehrt sich. Aber noch merken es die Menschen nicht … noch sind sie in der dunkelsten Jahreszeit – und müssen einfach durchhalten! Der nächste Frühling kommt aber ganz bestimmt! 

Als Du erst 9 Monate alt warst, wolltest Du laufen, auf Deinen zwei Beinchen, so wie die Erwachsenen. Mit größter Anstrengung hast Du Dich hochgezogen an der Tischkante vom Couchtisch, bis Du endlich auf Deinen zwei Beinchen stehen konntest, wackelig zwar, aber oben! Gestrahlt hat Dein Gesichtchen wie die Sonne! Geschafft! Und der Schritt vom Stehen zum Laufen – er war nur noch klein. Manchmal bist Du noch gefallen – aber lange liegen geblieben bist Du nie! Viel zu faszinierend war für Dich das Laufen! Mache es genau so im Leben, mein Schatz: Setze Dir Ziele und dann ziehe Dich hoch! Freue Dich wenn Du sie erreichst, aber wenn Du fällst – steht wieder auf und mach weiter! Wenn Dir Türen verschlossen sind – rüttle dran, manchmal sind sie gar nicht verschlossen, sondern sie klemmen nur. Und wenn doch, dann suche weiter – irgendwann findest Du die Tür, die nicht verschlossen ist. Aber suchen musst Du – wer aufhört damit, wird die offene Tür niemals finden! 

Vor allen Dingen – gib’ Dich selber niemals auf und glaube daran, dass Du es schaffst, glücklich zu leben! Jeder Mensch hat es verdient, glücklich zu sein! Nur leider glauben viele nicht daran … Keine Sekunde hast Du je daran gezweifelt, dass Du bald laufen wirst und irgendwann konntest Du es dann auch! Also zweifle auch nicht daran, dass Du im Leben glücklich sein kannst – und dann wird es irgendwann auch so sein!

Hin und wieder zu scheitern oder sogar die Fahne der Kapitulation zu hissen, das ist nicht Aufgeben! Als Du Laufen lerntest, bis Du oft gefallen – aber immer wieder hast Du es neu versucht. Und als Du abends müde warst vom vielen Üben – da war es klug, einmal eine Pause einzulegen, damit die Muskeln sich stärken und erholen konnten. Das alles hat aber nichts mit Aufgeben zu tun – am nächsten Tag hast Du es weiter versucht!  

Sich selber aufzugeben, das ist eine innere Sache, ein innerer Zusammenbruch. Oft ist er im Außen zunächst noch gar nicht sichtbar … irgendwann lässt er sich im Außen dann aber auch nicht mehr verbergen. Aber das ist den Betroffenen dann schon egal. Das innere Aufgeben, mein Schatz, das ist gefährlich! Es bedeutet nämlich, die Hoffnung zu verlieren und ohne Hoffnung können wir nicht leben. Wenn Du das bei Dir oder einem anderen Menschen bemerkst – dann wecke das Licht in Dir, wecke die Hoffnung, erinnere Dich, was Dir Deine Mutter einst sagte: Gib’ niemals auf! Das Leben ist eine Aufgabe – die man nicht mit Aufgeben meistern kann! Es gibt immer einen Weg – aber suchen muss man ihn schon selber!