Adventskalender 20. Dezember

Den Adventskalender 2018 habe ich für meine Tochter geschrieben – die ich hier im Paradies leider nur selten sehe … Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine Weisheit, die ich ihr – und jedem, den es interessiert – gerne mit auf den Weg geben möchte. Sie selbst hat mich dazu inspiriert, als sie mich hier in Bali im Sommer gefragt hat, wie das mit dem Glücklich sein eigentlich geht. Lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich ihr das erklären soll. Dieser Adventskalender ist meine Antwort darauf!

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Sich selbst und anderen vergeben

Manche Menschen schleppen wirklich viel Gepäck durch’s Leben: Nämlich all die Dinge, die sie nicht vergessen – aber vor allem nicht vergeben können. So etwas macht bitter – verbittert. Und der energetische „Rucksack“, den wir mit damit herumschleppen, wird mit der Zeit immer größer. Wie aber schafft man es, zu vergeben? Wenn jemandem ein schlimmes Leid angetan wurde, wie sagt man demjenigen, er solle seinem Peiniger vergeben?

Alles beruht auch beim Vergeben wieder auf einer Entscheidung. Was habe ich davon, wenn ich jemandem tief grolle, verbittert bin bis zum Hass? Richtig! Viele, viele schlechte, schädliche Botenstoffe in das eigene System! Solche Emotionen kommen zu einem selbst zurück, wie ein Bumerang. Also ist es doch viel besser, seinen Frieden mit dem Verursacher zu machen, ihm zu vergeben. 

Mir hat dabei immer etwas ganz Entscheidendes geholfen: Mein tiefer Glaube an das Karma! Als Karma bezeichnen wir das Gesetz von Ursache und Wirkung: Setzt jemand eine Ursache, wird er auch die Wirkung zu spüren bekommen. Karma wirkt im positiven wie im negativen Sinn. Tut jemand viel Gutes, wird er auch viel Gutes zurück erhalten – und umgekehrt. Das Verwirrende ist nur: Das muss nicht in diesem Leben sein – es kann sich auch in einem späteren Leben auswirken. Und wir haben als Menschen nicht den Überblick darüber, wir wissen nicht, ob Ursachen gerade gesetzt wurden oder ob vielleicht Auswirkungen erfolgen, deren Ursachen wir nicht kennen. Unser menschlicher Horizont ist zu begrenzt, um das erkennen zu können. Sicher ist nur: Dieses kosmische Gesetz webt seine Fäden in unserem Leben wie ein unsichtbares Netz! Jemandem geht es bombig, er hat Erfolg ohne Ende, ist gesund, glücklich, superreich? Wer weiß, was er in einem früheren Leben tat um jetzt so ein gutes Karma zu erleben. Jemand kriegt nix auf die Reihe, krebst immer so am Rande herum, ist traurig, depressiv, unglücklich, alles mißlingt ihm – wer weiß, was sein Karma ist in dieser Inkarnation, wir wissen das einfach nicht!  Vielleicht will er die Erfahrung machen, dass Menschen ihm wieder auf die Beine helfen … und ihrerseits damit dann ihr Karma auflösen bzw. neue Ursachen dafür setzen. 

Ich kann es zwar versuchen, aber ich muss nicht dafür sorgen, dass ein Verursacher seine gerechte Strafe erhält – es ist sein Karma, das er sich damit erschaffen hat und er wird die Auswirkungen auch ganz ohne mein Zutun zu spüren bekommen. Führe ich mir dieses Lebensmodell des Karma einmal vor Augen, ist das ganze Leben ist ein großes Spiel: Wir setzen Ursachen und tragen dafür die Konsequenzen. Oder haben bereits in früheren Leben Ursachen gesetzt und schlagen uns nun mit den Konsequenzen herum … egal wie herum es denn nun ist, aber es fällt mir mit diesem Glauben leichter, anderen Menschen das, was sie mir angetan und womit sie mich verletzt haben, zu vergeben. 

Viel schwerer hingegen ist es, sich selbst zu vergeben: „Wie konnte ich nur so blöd sein, x oder y so sehr zu vertrauen oder mich in x oder y zu verlieben!“ zum Beispiel. Nun, mein Schatz, ALLE Menschen machen Fehler – aber nur wenige geben es zu. Wir müssen nicht perfekt sein, wir dürfen Fehler machen. Und wenn es wieder einmal passiert ist, sollten wir uns selbst vergeben statt uns lange zu zerfleischen und damit wieder nur schlechte Botenstoffe in unser System zu kippen! 

Und dann ist da noch die Sache mit GOTT. Jahrtausende lang schon flehen Menschen ihn an, ihnen ihre Sünden zu vergeben … alles Blödsinn! GOTT liebt uns mit all unseren Fehlern – was also sollte er uns vergeben?! Wir hingegen sind mit ihm nicht so gnädig: Bei großen Katastrophen, da wird schon mal gehadert mit GOTT und warum er solches zulässt! Aber nun schau Dir dieses kosmische Gesetz von Ursache und Wirkung an: WIR SELBST sind es, welche die Ursachen für derartige Ereignisse irgendwann in irgendeinem Leben gelegt haben – und das nun auszubaden haben. Und wenn es noch so schlimm sein mag. Das ist für uns schwer zu begreifen. Viel einfacher ist es, einen Schuldigen auszumachen, einen anderen, ihm die Verantwortung in die Schuhe zu schieben, warum dies oder jenes so Sch… gelaufen ist. Aber das funktioniert nicht, denn jeder nur ganz alleine ist dafür verantwortlich für das, was ihm im Leben geschieht. Und je früher Du Dir das einmal durchdenkst, Dir klar machst, es begreifst – desto eher wirst Du bereit sein, die Verantwortung für Dich selbst und Dein Leben zu übernehmen! Und wenn Du selbst Deine Verantwortung erkennst – ist das mit dem Vergeben schon gleich viel einfacher.

Zu diesem Thema habe ich übrigens ein schönes Stück geschrieben, das man auf YouTube kostenlos anschauen und anhören kann. „Ho’Oponopono – Das Hawaiianische Vergebungsritual“. Man findet es unter https://youtu.be/DUARFZhMXeY